Frage: welcher Übergang sorgt oft für enorme Verunsicherung, Ängste, Sorgen und Selbstwertprobleme, nicht nur bei Kindern, sondern auch bei ihren Eltern? Welcher Übergang betrifft ausnahmslos jedes Kind, Mädchen wie Jungen? Richtig: der Übergang vom Kind zum Erwachsenen. Die Pubertät! Diese nicht als Hindernis oder unabwendbares Übel, sondern als wunderbare Chance zu begreifen, ist Anliegen des mfm-Projekttages am Geschwister-Scholl-Gymnasium Unna.

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Hier lernen die Fünftklässler, den eigenen Körper und seine Veränderungen in der Pubertät positiv wahrzunehmen und zu staunen über seine Fähigkeit, Leben zu zeugen und auszutragen. Einen ganzen Schulvormittag lang erleben die Kinder in kleinen Gruppen spielerisch und abwechslungsreich jeweils mit einer Referentin für die Mädchen und einem Referenten für die Jungen, welche Vorgänge in ihrem Körper in der Pubertät ablaufen und wie diese Geschehnisse neues Leben schaffen können. Dabei schlüpfen die Jungen in die Rolle von „Spermagenten“. Ihre Rolle ist es, „das Überleben der Menschheit zu sichern“. Gebildet im Hoden durchlaufen sie das Trainingslager im Nebenhoden, um schließlich über allerlei spannende Stationen im „Land des Lebens“ anzukommen. Nur im Team gemeinsam erreichen sie durch einen Kriechtunnel die Eizelle und ermöglichen die Befruchtung.

Im Jungenworkshop geht es entsprechend lebhaft zu, bei den Mädchen ist die Atmosphäre ruhiger und kuscheliger. Hier wird am Boden mit allerlei bunten Materialien ein anschauliches Bild der weiblichen Geschlechtsorgane aufgebaut. Die Mädchen schlüpfen in die Rolle der verschiedenen weiblichen Hormone und bereiten zum Beispiel als Team „Partyservice“, das heißt als Progesteron, das „Gebärmutterhotel“ auf die mögliche Ankunft eines kleinen „Gasts“, der befruchteten Eizelle, vor. Dass die Monatsblutung dann das Abtragen dieser vorbereiteten „Luxusausstattung“ bei Ausbleiben des Gasts bedeutet, sorgt für manches „Aha“-Erlebnis bei den Schülerinnen: „Dann ist die Blutung ja gar nichts Schlimmes,“ überlegt ein Mädchen laut, „irgendwie freue ich mich jetzt sogar darauf!“

Genau das ist das Anliegen des mfm-Projekttags, berichtet Frau Felbick, die als Biologielehrerin das Programm seit acht Jahren am GSG betreut. „Die Kinder erleben ihren Körper als etwas Schätzenswertes und damit auch als etwas Schützenswertes. Das ist der Ansatz des mfm-Programms: ‚Nur was ich schätze, kann ich schützen!‘“ Auch die Eltern, die zuvor in einem Elternabend über Inhalte und Methoden des Projekttags informiert werden, sind überzeugt. „Sie erzählen mir oft, dass sie sich so eine Aufklärung früher auch gewünscht hätten,“ so Felbick. Schüler*innen, Eltern und Kolleg*innen der GSG-Schulgemeinde danken daher ihrem Förderverein für die langjährige Unterstützung der Projekttage sowie dem Bildungsprojekt „Von klein auf“ der Gelsenwasser Stiftung für die diesjährige Finanzierung!

Hier geht es zum Projektbericht für unseren Sponsor, dem Bildungsprojekt „Von klein auf“ der Gelsenwasser Stiftung.